Da ging der Himmel auf…

Heute gab es ein ordentliches Unwetter. Wir waren gerade mit den heutigen Arbeiten am Weg fertig geworden und hatten große Teile des Gartens gehackt, da näherte sich diese wunderschöne Regenfront. Wasser, Eis, eben alles was der Himmel so drauf hat, kam in einem kurzen Intermezzo herunter. Mit dem Auto haben wir es noch unter eine Brücke geschafft, und zu Hause schwamm wieder einmal der Keller davon. Bei jedem Starkregen ist das so und es nervt gewaltig. Im Garten ist, bis auf die Sinnlosigkeit unseres Hackens, nichts passiert. Verwunderich ist nur, dass sich das Wasser auf der alten Pavillionfläche sammelt und nicht versickert. Ein paar Probestöße mit der Brechstange verrieten uns, dass hier Beton liegt und zwar nicht zu knapp! Alle Fässer sind jetzt wieder voll und auch unser kranker Hase ist in unserer improvisierten Hütte trocken geblieben. Wobei er es wohl nicht schaffen wird und ich werde ihn von seinem Leid erlösen müssen.

Neue Wege gehen…

Aktuell arbeiten wir fleißig am neuem Weg und haben die Fotos ganz vergessen. Es ist furchtbar viel zu tun und viele Dinge machen wir zum ersten Mal, da bleibt einiges auf der Strecke.
Es sind ja immerhin knapp 60m Kanten und ein enormes Erdvolumen, welches ausgekoffert werden soll. Wärend der Weg 90cm breit wird, haben wir uns für 120cm Breite im Eingangsbereich entschieden. Erstens haben wir dafür noch alle Materialen und die vorhandene Tür ist halt einfach so breit. Für den Unterbau haben wir uns nach langen Lesen und Diskutieren für knapp 20cm Splitt entschieden. Für die Belastung unseres Hauptweges sollte das allemal reichen. Es ist ein kleiner Container geworden mit knapp 4,5t Gewicht. Am Eingang haben wir eine neue Schwelle gegossen und viele Dinge dazu gelernt… Mit der spontanen Arbeitswut meines Vaters haben wir heute auch gleich noch die knapp 300 Platten verlegt… da fühlt man am Tag danach jede Einzelne davon 🙂 Unter dem Kirschbaum steht seit einigen Tagen einer unserer Hasen. Trotz Impfung hat es Ihn erwischt, mal schauen ob er durchkommt, es sieht aber nicht besonders gut aus. Das sind diese Momente, in denen die Hasenzucht wirklich keinen Spaß macht. Wobei man bemerken muss, dass wir erst vor einem halben Jahr mit drei Tieren angefangen haben.

Wegebau für Anfänger

WIr üben fleißig am praxisnahen Beispiel. So könnte man meinen, dass wir den Weg ohne weiteres hinbekommen. Durch den anhaltenden Lernprozess, treten aber einige Verzögerungen auf. Dennoch haben wir es geschafft, die Form abzustechen, einen Großteil auszukoffern und alle vorhandenen Materialien wieder zu verwenden. Der Anspruch ist hoch, denn der neue Weg ist lang, hat drei Kurven und unterschiedliche Höhenunterschiede zu verbinden. Unser derzeitiger Feind, sind die viel zu genau arbeitenden Wasserwagen. Es soll somit vorkommen, dass die ein oder andere Kante mehrfach den Weg in ihr neues Bett findet. Natürlich müssen diese auch an diverse Formate angepasst werden, damit muss ich mich gezwungener Maßen mit der kleinen Flex anfreunden. Der große Bruder ist mir noch ein wenig suspekt, daher übe ich lieber weiter, bevor das Bein ab ist 🙂

Es grünt der Rasen

Vor wenigen Tagen gesät und intensiv gewässert, ist nun ein Großteil des Samens aufgegangen. Jetzt noch ein paar Wochen warten und dann kann er auch schon das erste Mal gemäht und begangen werden. Wichtig ist uns, dass er noch genug Zeit hat, zu wurzeln. Das gesammelte Material vor der Laube nimmt auch immer mehr zu, leider ebenso der Unrat, welcher sich aus allen Ecken gekrochen kommt. Wir hatten durch unsere Ungeduld der Beräumung des Gartens abgesagt, um es selbst zu übernehmen und den Schlüssel schneller zu bekommen. Auch erkennen wir nun immer mehr, dass wir nicht richtig hingesehen hatten, oder die grüne Brille unsere Sicht verzerrt hat. Es sieht zwar alles schön aus, aber dahinter umso weniger. Ein Hygrometer im Keller Verrät: stabile Luftfeuchtigkeit von 99%. Unter dem Teppich ist alles nass, hinter den Schränken schimmelt es und unter dem Pavillion liegen zwei Schichten Kunstrasen… Oh Oh!

Ein wenig Glück hatten wir mit den Ziegelsteinen, der Stapel ist wirklich groß geworden. Auf einer Baustelle entdeckten wir alte, unvermörtelte Vollziegel. Kurz nachgefragt und die Erlaubnis zum Containern bekommen. Wir sind gleich mit dem Auto angerückt und haben zwei Mal eine halbe Tonne vor dem Container retten können. Was wir damit machen? Noch ist keine wirkliche Idee vorhanden 🙂 Aber ich weiß nun, wie wertvoll alte und gut erhaltene Ziegel sind, zumindest fragt mich jeder nach selbigen.

Ein Hang ist eingezogen

Manche Ideen enstehen eben erst, wenn es ein Problem gibt. Wir haben weder Lust noch Geld, die Bruchstücke des alten Hauptwegs zu entsorgen. Da diese schön groß geworden sind, erinnerten wir uns an Trockenmauern in Wiesen österreichischer Bauerngärten. Ob diese einen bestimmten Zweck erfüllen, wissen wir nicht. Es sah aber schön aus, eine gleichmäßige Fläche so zu unterbrechen. Also, entschlossen wir uns kurzfristig eben solches in unserer großen Rasenfläche zu erbauen. Aufgefüllt wird der entstandene Umriss mit dem Aushub des neu entstehenden Weges. Wenn das erfolgt ist, können wir mit dem übrig gebliebenen Rasensamen noch dieses Jahr unseren Turborasen ansetzen. Wir sind gespannt, wie weit die Grasnabe bis an den Rand reichen wird. Der Apfelbaum steht uns für dieses Vorhaben prinzipiell im Weg, aber versetzt wird die wohlschmeckende Frucht auf keinen Fall. Daher bauen wir halt drum‘ herum. Hier ist der Mythos des „Fußatmenden Apfelbaums“ entstanden. Denn das Bäumchen wurde des Todes versprochen, nachdem wir ihn umbaut hatten. Die alten Herren sollen aber keinesfalls Recht behalten, darum werden wir uns persönlich darum kümmern, diesen Baum am leben zu erhalten. An einem verdammt heißen Tag wie heute, bestand die Arbeit aber aus mehr Pausen als Arbeitsschritten 🙂

Es führt kein Weg mehr nach Rom

Heute ist es nun vollbracht – der alte Weg ist zu großen Teilen verschwunden. Der Neue ist grob abgesteckt und die gesammelten Erdmassen sind verteilt. Diese konnten wir aus der Terassenumgestaltung, dem Frostkoffer des neuen Hauptweges und den bestehenden (fertigen) Kompostern gewinnen. Der Rest wurde gut aufgegraben und von Pflanzen befreit. Wir haben im Eifer des Gefechts noch vorhandenen Rasensamen eingesäht, wobei dies eigentlich gar nicht unserem Plan entspricht. Eine Übergangslösung? Wird es wohl werden… Da wir aber schon ein paar Flächen mit dem üppigen Grün bestückt haben, gibt es einen Superspezialtipp, welcher aus einer unbekannten Quelle des Internets stammt:

Untergrund vorbereiten, lockern und setzen lassen. Ganz wichtig ist, dass die Fläche auch eine Fläche ist. Wenn sich Unebenheiten bilden, müssen diese wieder ausgeglichen werden. Säen kann man je nach Zeitfenster zur Pflege eigentlich vom frostfreien Frühjahr bis in den Frühherbst hinein. Den Rasen gleichmäßig säen, einharken und verfestigen und vor hungrigen Vögeln schützen. Dann muss die ganze Fläche am besten zweimal täglich gewässert und gleichmäßig feucht gehalten werden. Große Augen der Nachbarn sind garantiert, da der Samen wirklich schnell kommt. Vorrausgesetzt ist natürlich, dass man keine Billigpackung aus der Wühlecke nimmt, sondern schon ein wenig Geld in wirklich gut sortierten und gewonnen Rasen nach seinen Anforderungen investiert.

Hauptweg – der Rückbau

Wir haben uns fest vorgenommen, den Hauptweg zu verlegen. Dies haben wir in unserem Plan und unserer gestalterischen Leichtsinnigkeit so festgelegt. Er soll schön außen herrum bis ganz nach hinten gehen. Der Eingang bleibt dabei mittig, da der Besucher hier einen Überblick bekommt und an jeder Stelle des Weges diesen behält. Wir wollen also nicht mehr gerade durch den Garten sondern nach dem Eingang links abbiegen, um in den hinteren Bereich des Grundstücks zu gelangen. Die Platten im Format 30cm x 30cm reichen dafür locker. Wir benötigen für den 27m langen Weg rein rechnerisch 270 Platten. Es werden 3 Kurven, der Weg bekommt ein Gefälle, ein ordentlichen Unterbau und alle verfügbaren Kanten als Begrenzung. Soweit der Plan… Dafür müssen wir als erstes die restlichen Kanten ziehen und gleichzeitig den alten Weg zurück bauen. Doch unter der haarfeinen Splittschicht, welche immer schön geharkt wurde, verbirgt sich ein gebrochener, alter Betonweg. Darunter wiederum ein alter Weg aus Steinmehl und darunter ein Kiesbett. Wir haben uns kurz beraten und auf die frisch gehisste Fahne geschrieben, dass wir alle Altlasten nachhaltig entfernen. Der Schutthaufen ist am Ende des heutigen Tages doch erschreckend groß geworden, sogar ich könnte mich dahinter verstecken…

Wir lösen auf und verändern die Terasse

Wir haben uns einen groben Plan vom Garten erstellt und erst einmal alle bestehenden Strukturen aufgelöst. Uns ist klar, dass die bestehende Gartenstruktur so gar nicht unseren Vorstellungen entspricht. Alles soll rund, stimmig und in Teilbereiche gegliedert werden. Es soll kein englischer, kein französischer – es soll unser Garten mit allen den uns wichtigen Elementen werden. Das bedeutet in unserem Fall, dass etliche Rasenkanten gezogen, Gehwegplatten aufgenommen, Stauden entfernt und zwischenlagert werden wollen. Wir möchten die Terasse vor der Laube in eine große Fläche verändern. Sie wurde bisher durch kleinere Teilbereiche gebildet. Auch der Hauptweg ist uns in seiner geraden und gartenhalbierenden Form ein Dorn im Auge. Heute haben wir das Projekt Terasse begonnen und angefangen die alten Strukturen zu entfernen. Dabei habe ich gelernt, wie man Kanten setzt und Platten legt. Irgendwie beschlich mich das Gefühl, dass alles jetzt Erlernte noch eine große Rolle spielen wird. Ein Dank sei meinen ehemaligen Nachbar ausgesprochen, Heiko du kommst meist zur rechten Zeit!

Zu allererst…

Nun sind wir stolze Gartenbesitzer! Die Verträge sind unterzeichnet und die Kohle hat den Besitzer gewechselt. Und was machen wir als allererstes? Eine Bestandsaufnahme und einen Umzug der Habseligkeiten des alten Grundstücks. Da wir gerade aus dem Urlaub kommen, sind wir voller Tatendrang und Energie. Naja nicht so ganz, durch einen herben Rückschlag geht es mir gerade nicht so besonders. Auch die Übernahme war nervenaufreibend und gegen den ein oder anderen Stein im Weg bin ich gerammelt.
Das Luftbild gibt einen guten Überblick über die Aufteilung: Als nützliches Tool hat sich Google Earth erwiesen. Durch regelmäßig aktualisierte Bilder kann man die Entwicklung eines Grundstücks darstellen und erhält einen guten Überblick über die Flächenaufteilung.

Der Garten:

Sie ist ein wahnsinniger Vorteil-diese neue Parzelle. Keine Unkräuter und einfachste Aufteilung. Die Vorbesitzer haben alle Unkräuter entsorgt. Dadurch lassen sich unsere Pläne ohne zeitraubende Vorarbeiten umsetzen. Gerade bei großen Gärten ist eine gepflegte Übernahme enorm vorteilhaft, da man sich die ersten Jahre nicht mit dem Jähten der Altlasten beschäftigen muss. Was haben wir also? Hier eine kurze Bestandsaufnahme:

  • 520qm
  • viele hundert Meter Rasenkanten
  • hunderte Gehwegplatten
  • einen Hauptweg
  • viele Rasenflächen
  • eine Süßkirsche
  • einen Apfelbaum
  • einen Fliederbaum
  • massive Laube
  • teilmassiver Schuppen
  • Vollunterkellerung
  • WC mit Wasserspülung und Sammelgrube
  • Unkrautfreies Land
  • einfache Gestaltung > leichter Pflegeaufwand
  • kaputter Zaun
  • wenige Stauden
Die Laube:

Wir wissen, dass hier Handlungsbedarf besteht. Etwas muffig, aber auf den ersten Blick solide. Das Dach ist dicht, der Keller ist feucht und seltsam bröselig… Der separate Zugang zu diesem ist praktisch, sieht aber auch nicht so recht trocken aus. Wir werden hier noch einmal genau nachsehen müssen. Der Schuppen ist trocken, mit einem sepparatem Klo und einer eher unappettitlichen großen Grube darunter. Klar, dass muss verändert werden! Der Putz sieht aus wie neu und insgesamt haben wir ein Gebäude – nicht groß, aber ausbaufähig!

Das Inventar:

Jeder fängt mal an und wir haben ein paar gut ausgewählte Werkzeuge übernommen. Durch ein paar Haushaltsauflösungen konnte ich aber bereits einiges an Material und Werkzeug sammeln. Der größte Vorteil unseres neuen Gartens ist, dass wir zwei Gärten nebeneinander haben (wie bereits erwähnt der Garten meiner Eltern) und so der Material bzw. Werkzeugtausch ohne aufwändige Transporte und lange Wege erfolgen kann. Auch wenn wir wesentlich mehr Geräte mit dem Kauf des Gartens erworben geglaubt hatten, standen vor der Übernahme leider vermeintliche Gartenfreunde schlange und forderten ihre Dauerleihgaben bei der frischen Witwe ein… Wir hätten also bei der Unterschrift auf dem Vertrag doch noch einmal in die diversen Räumlichkeiten schauen sollen, die wir, wie vorab besichtigt, gut gefüllt geglaubt gehabt zu wissen schienen.

Es kann losgehen! Viele Pflanzen sind bereits in unseren alten Garten eingezogen, welche nun ihren ersten Umzug antreten. Nicht die ideale Zeit, aber wir wollen das Alte hinter uns lassen und unseren Ideen freien Lauf lassen! daher, fix ein neues Erdbeerbeet angelegt und unzählige Schubkarren Material bewegt. Erste und wichtige Amtshandlung ist die Dachentwässerung zu verändern, da hier die Gebäude in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wir haben einen Garten

Hallo liebe Welt,

wir haben Ihn – unseren Garten! Die Verhandlungen und die Gartenübernahme waren ein wenig holprig, dennoch freuen wir uns über unser Land, unseren Garten, unseren Traum 🙂 Es kribbelt im Kopf und Luftschlösser entstehen im Minutentakt. Nein, nicht nur ich bin begeistert und Feuer und Flamme direkt loszulegen, auch Familie und Freunde haben uns zugesprochen.

Da dies nicht unser erster Gartenkauf ist, konnten wir bereits einige Erfahrungen sammeln, welche wir freiwillig kein zweites Mal machen wollen. Hier daher ein paar wesentliche Hinweise in Form einer persönlichen Checkliste für Gartenliebäugler und Interessierte:
<h5>Eine kleine Checkliste nach bestem Wissen und Gewissen</h5>
– Bedenkt, dass die Vorbesitzer meist aus einer ’schlechten‘ Situation heraus (zum Beispiel altersbedingt) ihrn Garten aufgeben müssen und sehr viel Zeit und Liebe in ihre Parzelle gesteckt haben! Es heißt also: Samthandschuhe anziehen!

– Schaut euch eure Nachbarn an! Diese werden sehr wahrscheinlich noch lange Zeit eure ‚Wegbegleiter‘ sein…

– Schaut euch die baulichen Meisterwerke eurer ‚Urahnen‘ genau an, damit ihr Überraschungen, wie wir sie erlebten, vermeidet! Fast alle Lauben aus alten Beständen sind in schlechter Verfassung. Sie wurden meist in Zeiten des Notstands und der Mangelwirtschaft erbaut. Wenn überhaupt, erfolgte eine Renovierung oder Sanierung ebenso in Zeiten von Güterknappheit und ohne große finanzielle Spielräume der Bauherren. Wenn ihr euch nicht sicher seid was die vorhandene Bausubstanz anbelangt, so fragt Freunde, Bekannte oder auch uns – wir helfen gern.

– Informiert euch über Auflagen, die evtl. mit euren Garten verbunden sind. Bei einem Pächterwechsel können große Bäume oder Rückbauten bzw. auch große Umgestaltungen beauflagt werden. Dies hängt vom Vorstand und dem Bestand in der Parzelle ab.

– Lasst euch alte Abrechnungen zeigen, um die zukünftige Kostenbelastung richtig beurteilen zu können! Hierzu zählen: Pacht, Versicherung, Strom, Wasser, Umlagen, Steuer, Sondereinlagen, etc.

– Schaut euch die Wasserinstallation an! Hier kommt es darauf an, wie der Verein das Ganze händelt. Oftmals wird die Wasserversorgung einmal im Jahr an- und wieder abgestellt. Hier herrscht Anwesenheitspflicht und gegenseitige Hilfe. Auch kann entscheidend sein, bis zu welcher ‚Grenze‘ genau der Verein für die Leitungen zuständig ist und ab wann ihr aus eigener Tasche bei Reperaturen zahlen müsst. Zuletzt sollte man auch schauen, dass keine illegalen Abzweige bestehen und die Wasseruhr läuft und nicht manipuliert ist. Hier gibt es auch verschiedene Auflagen der Vereine. Wir müssen geeichte Uhren installlieren, welche aller 8 jahre gewechselt werden müssen.

– Schaut euch die Elektrinstallation an! Hier bewegt man sich oftmals in eine Grauzone. Der meist uralte Anschluss wurde abgenommen und verplombt und dann immer wieder auf Eigeninitiative ergänzt. Das kann teilweise lebensgefährlich sein. Es gibt auch hier unterschiedliche Auflagen der Vereine. Also solltet ihr euch sehr genau euren letzten Verteilerkasten, eure Zuleitung, eure Vorsicherung, eure Absicherung und euren Zähler anschaun. Spätestens hier werdet ihr fündig. Zu große oder gar keine Sicherungen gefährden euch und die gesamte Anlage. Unser erster Garten war mit 64A abgesichert! Unser zweiter Zähler war von 1951 und drehte von ganz allein. Man könnte sagen: ihr bezahlt dafür, leider im schlimmsten Fall auch mit eurem Leben! Nach dem Zähler beginnt meist der Parzellenbereich und hier habe ich schon ganz schlimme Sachen entdeckt. Je nach Ergebnis eurer Begutachtung sollte man eine Neuinstallation in Betracht ziehen.

– Schaut euch die Parzelle im Ganzen an! Ist sie gepflegt? Total verwilderte Brachen kann man übernehmen, allerdings mit der Ehrlichkeit, dass die nächsten fünf Jahre hart werden. Unser erster Garten war acht Jahre nicht mehr gepflegt. Wir haben jeden Tag Unkraut gezupft! Kaum hat man das zweite Quadrat fertig, fängt man wieder beim ersten an. Es erfordert sehr viel Arbeit, Geduld und Wissen, um Herr der Lage zu werden.

– Detailwissen: Meist hat sich vieles über die Jahre entwickelt und ist der Vorpächter erst einmal weg, steht man bei Fragen oft alleine da. Viele Dinge haben wir zum Glück von Nachbarn oder alten Fotos erfahren. Wir denken, dass eine gemeinsame Übernahme mit dem Vorpächter ideal ist. Nutzt dabei die Gelegenheit Alles in Erfahrung zu bringen und euch eine Hintertür im Sinne einer Telefonnummer offen zu halten. Das Nonplusultra ist, ihr bewirtschaftet den Garten über ein paar Monate gemeinsam mit dem Vorbesitzer. So wisst ihr genau, worauf ihr euch einlasst.

– und das Wichtigste zum Schluss: Fühlt ihr euch im potentiellen Domizil wohl?

Wenn diese Dinge alle klar sind, ist die Frage aller Fragen zu klären: Seid ihr bereit viel Zeit, Mühe und Kohle zu investieren? Wenn ja – auf geht’s!

Zur Vorgeschichte sei kurz erwähnt, dass wir in der selben Anlage bereits einen anderen Garten gepachtet hatten. Getreu den Motto, welcher ist frei und günstig. Dass wir hier mindestens fünf Jahre gebraucht hätten, um annähernd eine Umgestaltung beginnen zu können, hatten wir natürlich nicht geahnt. Die Baulichkeiten und die Installationen waren in einem desolaten Zustand. Als wir erfuhren, dass der Garten neben meinen Eltern frei wurde, haben wir lange abgewogen, ob wir bisherige Mühen begraben und neu anfangen, oder einfach weiter machen. Heute also die Entscheidung für ‚den Neuen‘ – wenn wir da mal nicht die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben…