Einkehrender Sand

Carolin und Gert sind wieder einmal im Urlaub und haben uns die ehrenvolle Aufgabe weiter gegeben, Einkehrsand für das Pflaster zu besorgen. Ein ganzer Hänger ist es geworden und irgendwie ist auch alles in den Ritzen verschwunden. Auch hier gilt Murphys Gesetz: Genau in dem Moment, in dem man einen 600Kg schweren Anhänger in den Seitengang gefädelt hat, kommen zwei Gartenfreunde aus der schwarzen Materie und müssen unweigerlich diesen Weg passieren, zu allem Überfluss auch gleich mit Gepäck oder Schubkarre. Zum Glück haben wir ja beide Gärten verbunden, sodass wir die Schukarren über 50m lange Umwege hinter oder vor den Hänger bekamen. Die Fläche vor unserem Haus ist nun fertig bearbeitet und voller stolz haben wir dort das zukünftige Erkennungsbild unseres Gartens gepflanzt: Ein Taschentuchbaum (Davidia involucrata) Noch ist nicht viel zu erkennen, aber wir setzen große Hoffnungen in dieses Gewächs. Die durchschnittlichen 12 Jahre ohne Blüte veregehen bestimmt auch wie im Flug, sodass er dort genau richtig steht… 🙂

Die offizielle Winterpausenkante steht

Wir haben uns zwischenzeitlich vorgenommen, direkt nach vorn weiter zu machen… Aber auch wir mussten einsehen, dass das Jahr nicht unendlich lang ist und wir eigentlich auch alle Kräfte für diese Saison aufgebraucht haben. Daher hat unser Kantensetzprofi Rico heute die letzten Rasenkanten aus dem Materialdepot in eine wunderschöne, gerade und exakt ausgerichtete Winterpausenkante verwendet. Diese Fläche muss natürlich noch bearbeitet werden, aber dann ist erst einmal Schluss. Der Boden ist stark verdichtet und mit Rasenn druchwurzelt. Dafür gibt es ja unsere schon erprobte Rollsiebmethodik, um lockeren Boden draus zu machen. Nicht vergessen darf man natürlich, dass sich direkt darunter der alte Hauptweg befindet und dieser aus Steinmehl und sehr festem Material besteht. Egal, den müssen wir jetzt noch weghacken!

Eine Mauer zur Erinnerung

Nachdem die Hecke auf misteriöse Art und Weise verschwunden ist, muss ein Sichtschutz her. Nicht weil wir unsere Nachbarn nicht mögen, oder weil die ganzen nackten Chicks auf unseren Poolpartys herumspringen – nein, weil jeder einen gewissen Anspruch an Privatsphäre hat und diesen auch zugestanden bekommt. Bei der Auflösung der alten Fläche haben wir reichlich Schutt gefunden und auch ein intaktes Fundament, welches warscheinlich einmal zu einem Schuppen gehörte. Eine kurze Analyse ergab, dass es wirklich massiv ist und nicht von uns entfernt werden kann. Dem aufmerksamen Leser entgeht natürlich nicht, dass das so gar nicht unseren Leitsätzen entspricht. Daher muss man noch anfügen, dass dieses Fundament genau auf den Grundstücksgrenzen errichtet wurde und teilweise die Erdkabel der Elektrik dort verlegt wurden. Wir haben daher die restlichen Ziegel genutzt, und die Konturen aufgemauert. Weniger zu einem Zweck, vielmehr als Gestaltungselement. Wir planen es von allen Seiten mit Kletterhortensien überwuchern zu lassen und so eine Grüne Wand zu bekommen. Das Pumpenhaus ist auch fertig und hat ein Dach aus einer alten Stahlplatte bekommen. Leider gibt es davon keine Bilder, da es am Tag des Bauens in strömen regnete. Der Bau des Sichtschutzes geht voran, ich sammle derzeit das Material hierfür und versuche die örtlichen Begebenheiten für die Errichtung vorzubereiten.

Wenig Raum und viel Erde

Wir sind immer noch am wühlen und buddeln. Die neu zu gestalteten Flächen wollen wir ca. eineinhalb Spaten tief umarbeiten und den Rasen aussieben. Bisher hat das gut funktioniert und nur wenig Rasen ist wieder gekommen. Da spielt uns das trockene Wetter in die Karten, denn einfaches Harken reicht hier aus, um das Unkraut nieder zu machen. Ein Totalausfall des Mischers wurde zwar behoben, hat aber zu leichten Verzögerungen geführt. Kaum zu glauben, hier ist einfach die Motworwelle festgefahren. Hat der Händler auch noch nie erlebt und man ging sichtlich überfordert mit diesem Defekt um. So kam es auch dazu, dass ich im Eingangsbereich des Marktes den Motor ohne ordentliches Werkzeug auf eigene Faust wechseln durfte – sehr repräsentative Aktion! Auch liegen uns ständig Baumaterialien im Weg. Wir wollen neben dem Pumpenhaus eine Art Baustoffhof anlegen, wo man alles sammelt und einen guten Überblick über die Materialien hat. Es nervt einige Dinge bereits zum fünften Mal umstapeln zu müssen. Man sagt mir aber, dass das normal sei!?

Bis zum Umfallen…

… und noch weiter haben wir heute geschuftet. Der gestrige und wohlweißlich aquirierte Gartenfreund Uwe hat unsere Defizite wieder ausgeglichen. Der Container kam pünktlich um 8Uhr und wurde unprofessionell in die Mitte des recht engen Hauptweges gestellt. In hunderten Schubkarrenladungen wurde der Sand in die Flächen verteilt und anschließend komplett mit Bauschutt der ganzen Baustellen befüllt. Irgendwann stieß jeder an seine persönlichen Grenzen und mir viel es zum Ende hin sichtlich schwer, die Schippe zu halten. Ärger war durch die schlechte Platzierung des Containers auch vorprogrammiert, mit der Eskalation einiger Gartenfreunde hätte ich aber in verbal fäkalisierter Form nicht gerechnet. Zudem entbrannte eine Diskussion über die Art des Materials bei der Abholung. Eins ist klar, dieses Fuhrunternehmen hat nicht nur seine Preise um knapp 50% angehoben, sondern ist einfach unprofessionell geworden. Der bestellte Frostkies 0-32 war bei genauerer Betrachtung Sand 0-16. Der von uns verfüllte Bauschutt sollte eine Verunreinigung von über 10% aufweisen, wobei die Putzmatte als solche galt. Der Rechnungsbetrag hatte sich gewaschen. Wir bedanken uns dennoch für diese Erfahrung, ein neuer Anbieter kann sich in Zukunft über unsere Aufträge freuen.

Früher war alles besser…

…oder eben auch nicht! Morgen kommen 9 Tonnen Sand und wir graben zur Probe am Fundament vom Garten 81 ein Loch, um zu sehen, woher die Rissbildung seit einigen Jahren kommt. Wir stellten schnell fest, dass hier kein Fundament existiert. Um es wohlwollend auszudrücken, fanden wir ein Bodenplättchen vor, welches langsam aber sicher abkippte. Wir mussten schnell einen Plan entwickeln, um das Bauwerk zu schützen und morgen den Weg verfüllen zu können. Als wir uns für die Sanierung des Sockels in Form eines Streifenfundaments mit Stahl in Verbindung der bestehenden Bodenplatte entschieden haben, waren wir aber nur noch zu Zweit. Kein Problem, Sockel 60 tief gegraben, 20 Säcke Estrich geholt, Stahl eingebohrt und alles gegossen. Es waren am Schluss 24 Säcke und knapp vor Mitternacht, als wir etwas erschöpft in die Betten fielen. Wobei wir wussten, wenn die Augen aufgehen warten ca. 18 Tonnen Material auf uns: 9 Tonnen Sand und nochmal so viel Schutt – prima, gute Nacht!

Wir sind wieder zu Hause – auf der Baustelle

wir sind wieder angekommen, auf unserer Baustelle und fühlen uns ein bisschen verunsichert in dieser Umgebung. Mit den Erinnerungen der vergangenen Monate, fühlt man sich hier aber dennoch ein bisschen heimisch. In zwei Gärten geht es mit großen Schritten vorwärts. Überall stolpert man über Markierungen und Werkzeuge. Die Formen der Wege und Flächen sind mal mehr und mal weniger genau gekennzeichnet und überall wird gegraben, gemessen und sortiert. Die Schutt- und Müllhaufen wachsen wieder gen Himmel und das erste Material ist inzwischen auch eingetroffen. Weiter geht’s…

Unsere Arbeitsteilung

Zwischendurch haben wir noch festgestellt, dass wir die Terasse hinter dem Haus und um das Haus herum (welches so Gott will da bald steht) jetzt legen müssen, da es sonst viel umständlicher wird. Wir müssten ja um das Haus herum laufen und die Kellerlochränder sind auf der Hausseite noch nicht befestigt. Außerdem haben wir jetzt gerade noch Zeit, bevor wir mit dem Gartenhaus längere Zeit beschäftigt sein werden. Schnell haben wir unsere Arbeitsteilung gefunden: Raik macht das Grobe und Rico legt die Platten. Wir erkennen ihn daher nun Titel an: Herr Plattenleger! Eins kann ich euch sagen: wenn Rico eine Platte legt, kann es zwar je nach Umstand eine Weile dauern, aber man kann hinterher messen wie man will – sie liegt und zwar in Wage oder mit Gefälle je nach Kundenwunsch 🙂

Der eigentlich überflüssige Abfluss

In der Bodenplatte und dem Grundriss ist eine kleine Küchenzeile vorgesehen, daher habe ich ein 50’er HT Rohr mit eingegossen, um überschüssiges Wasser abzuleiten und versickern zu lassen. Richtig gelesen! Wir waschen in einer Schüssel ab und werden diesen Abfluss nur benutzen um die Leitung zu entleeren oder Wasser abzugießen. Denn Versickern ist keine Lösung, um Abwasser zu entsorgen und erst recht nicht unser Standpunkt dazu. Es gibt genügend Gärten mit undichten Gruben oder einfachen Sickerschächten. Wir sind klar gegen diese Art der Abwasserentsorgung, da der Boden und auch das Grundwasser damit verseucht werden. Wir haben uns fest vorgenommen, wenn wir einen Brunnen errichten, das Wasser einmal auf Belastungen überprüfen zu lassen, dann werden wir sehen, ob wir mit unseren Vermutungen Recht behalten. Für unsere praktisch funktionslose Entwässerung habe ich ein 3m langes 160’er KG Rohr mit hunderten 2mm Löchern versehen, ein verrotungsfestes Vlies angebracht und dies in ein 3m tief gebohrtes Loch versenkt und anschließend mit Sand eingespült. Selbiges wurde mit dem Erdbohrer per Hand gebohrt. Gerne hätte ich es auch noch tiefer gebracht, aber in drei Metern traf ich auf einen Spaten, Flaschen unbekannten Inhalts und einen Helm. Ich habe es dabei belassen und wollte auch nicht weiter schauen, was sich da noch so im Loch befindet. Dieser Fund bestätigt aber die Aussagen der alten Herren: Hier schlugen die Bomben im Zweiten Weltkrieg ein!

Der Frostkoffer für stationär Reisende

Ein Frostkoffer ist kein Koffer für die Arktis oder die Kühltruhe, sondern der empfohlene Bereich unter einem Fundament, der die Kapillarwirkung des Wassers bricht und Staunässe abfließen lässt. Nebenbei dient er auch dazu, genügend Puffer bei Frostdruck zu haben. Es gibt vielerlei Material dafür, wir haben einfach unseren sortierten Bauschutt von grob nach klein in das ausgehobene Volumen verfüllt. Da das Ganze noch ordentlich verdichtet werden muss, haben wir uns heute eine Rüttelplatte geliehen. Dank meines Baubuddys Rico, ging das Ganze einigermaßen glatt über die Bühne. Hier muss man im Tagesbericht erwähnen, dass der Gute morgen in den Urlaub fliegt! Die erste Leihgabe war aber defekt, was wir natürlich erst auf der Baustelle merkten. Also wieder zurück und umgetauscht, leider nur gegen eine Kleinere. Nicht so schlimm, dann fahren wir halt länger und öfter über das Gebrösel. Das haben wir auch getan – eigentlich den ganzen Tag. Immer im Kreis und schön über die ganze Fläche. Dabei immer wieder an alten Fundamenten hängen bleiben und selber gerüttelt werden. Das Selbe dann noch mit dem alten Kellerloch und schnell zurückbringen, denn die Miete ist nicht unerheblich. Geschafft! Jetzt noch die Schalung und dann kommt der Beton und das Haus! Pah, das war ein wenig vorgegriffen!