Ups, ganz vergessen!

Am Haus ist in der Zwischenzeit natürlich auch einiges passiert. So hat es seinen zweiten Anstrich bekommen. Die vielen Flecken durch die Detailarbeiten am Dachüberstand mussten unbedingt noch verschwinden. Dabei ist das Weiß, als auch das Rot eine natürliche Ölfarbe. Zusammen vertragen sie sich aber garnicht. So mussten alle weißen Stellen akribisch beschliffen werden, damit die Schlammfarbe dort wieder hält. Klar haben wir nicht alle erwischt, aber das ist nicht weiter schlimm, es gibt ja noch einen Anstrich im nächsten Jahr. An der Wetterseite haben wir beobachtet, dass das Wasser gegen das Haus drückt und unter den Grundrahmen läuft. Durch die Lage lässt sich das nicht ändern, dies gilt es aber unbedingt zu verhindern. Das ist ein baulicher Holzschutz, welcher entscheidend für die Standzeit eines Holzhauses ist. Die Fachleute raten sogar dazu, diese Art des Holzschutzes einem Anstrich vorzuziehen und haben in meinen Augen mit dieser Aussage vollkommen recht. Ich habe daher ein Blech dreifach kanten lassen und es montiert. Nun kann das Wasser nicht unter den Rahmen laufen und tropft an dieser Kante ab. Auch die Gartennummer ist am rechten Platz und vor allem sind die Fugen zwischen Hauswand und Dachschalung mit flexiblem Schaum und Viertelleisten verschlossen. Hier pfiff nicht nur der Wind durch, auch das ein oder andere Insekt vermochte dort Partys zu feiern und sich häuslich nieder zu lassen. Rund um das Häusschen haben wir aufgeräumt, da die Wände durch den Regen sehr schnell dreckig wurden, wenn hier etwas herum steht. Als die Platten noch nicht lagen, klatschte der ganze Schlamm immer gegen das Haus und wir durften hier vor dem Neuanstrich ganz schön schrubben. Dies und noch viel mehr gibt es gerade zu tun. Ich hätte mir vor einem Jahr nie erträumt, wie lang die Liste der Aufgaben bis zu Fertigstellung eines Holzhauses ist.

Das Schlafgemach ist fertig

Heute haben wir mal was Kleines für zwischendurch fertig bekommen. Wir haben unseren Schlafboden eingeräumt und das Bettgestell aufgebaut. Kein großes Ding, aber es erfüllt den Zweck. Eine gebrauchte Matratze haben wir gespendet bekommen, daher stehen den Nächten auf 140cm x 200cm nichts mehr im Weg. Ein Probeliegen hat allerdings ergeben, dass man in der Nacht lieber nicht aufschrecken sollte, der Dachbalken schwebt ungefähr 10cm über dem Kopf. Zumindest bei dem Looser, welcher rechts liegt – na wer wird es wohl sein? 🙂 Wir stehen kurz davor, unser Gartenhaus richtig nutzen zu können, dieses Etappenziel ist sozusagen in greifbarer Nähe. Sonst sieht es wie gewohnt unaufgeräumt auf, das ganze Material muss halt gelagert werden, ehe man es verbauen kann.

Mit viel Vorstellungskraft

Wir üben unsere Vorstellungskraft inzwischen darin, uns unsere Baustelle als abgeschlossen zu sehen. Es gelingt nicht oft, aber wenn doch, dann sieht es sehr gut aus… Die Arbeiten im und am Haus vertilgen eine Menge Zeit aber gehen dem vorläufigen Ende entgegen. Die Zisternen haben wir mehrfach versucht zu verbinden, leider ohne Erfolg. Es handelt sich bei den IBS Containern leider um „Einweggewinde“, welche sehr grob und kurz sind. Heißt, unmögliche Maße und in unserem Fall einfach nicht dich zu bekommen. Nun haben wir uns eine einfache, physikalische Verbindung von Oben einfallen lassen und sie funktioniert vorerst. Die Unterkonstruktion für die Terasse ist soweit fertig und nun suchen wir nach günstigem Terassenholz – gar nicht so einfach! Ein paar Gäste sind inzwischen auch eingezogen – unsere Ladenmännchen. Ein wenig musste ich schon suchen, um den lokalen Preis um über 50% pro Stück zu unterbieten und sie in schwarz zu bekommen. Jetzt klappern die Fensterläden nicht mehr im Wind.

Viele Baustellen parallell

Es gibt immer noch eine Menge zu tun und das Jahr schreitet immer mehr voran. Inzwischen ist der Sommer nun richtig da und der Schweiß fliesst in Strömen. Wir haben uns für eine zentrale Dachentwässerung entschieden. Das bedeutet, dass alle Fallrohre oberirdisch in zwei 1000l große Tanks geleitet werden. Dadurch steht nirgends ein Fass herum und die Entleerung im Winter muss nicht zwingend erfolgen. Der Platz wird vom alten Kellerloch geboten. Daneben passt ein Pool mit den Maßen 250cm x 150cm und zwar saugend. Ich habe lange nach solch einem Becken gesucht und es nun gefunden. Damit haben wir den Platz komplett ausgenutzt und ein Wasservolumen von rund 8000l, was viele Vorteile bringt, wenn uns die Natur im Stich lässt. Über die Tanks kommt eine kleine Holzterasse. Die Unterkonstruktion haben wir aus den alten Deckenbalken der Laube gebaut. Die Ecke der alten Laube haben wir als Ruine wieder aufgemauert, was zusätzlich als Sichtschutz dient. Dort wo das Gebäude auf einem nicht vorhandenen Fundament stand, haben wir einen Ringanker gegossen und die Basis für die Holzterasse gemauert. Eigentlich ist diese Aufgabe ganz lustig, denn wir gießen für eine 30cm hohe Mauer und eine Holzterasse einen Ringanker, wpbei vorher eine 3,5m hohe Steinlaube darauf stand… In wenigen Tagen kommt der Elektriker, alle Materialien sind nun da und warten darauf, verbaut zu werden. Auch hier gab es viel Interessantes vom Vorstand, da es keine eindeutigen Regelungen zur Errichtung einer elektrischen Anlage gibt und jeder mehr zu sagen hat, als der Andere. Die Werkstattausstattung wird auch immer besser, da der örtliche Baumarkt gerade umbaut und vielerlei Schnäppchen zu bieten hat.

Der Innenausbau

Wir haben wieder einiges geschafft. Alle Innenwände sind mit einer leinölbasierenden Lasur drei Mal gestrichen. Die Treppe in den Schlafbereich ist auch fertig und die sänitären Einrichtungen sind vorbereitet. Wir haben uns für ein Trennklo entschieden. Hier werden flüssige und feste Bestandteile getrennt und somit schützt man sich vor Gerüchen und böser Chemie. Beide Bestandteile können kompostiert oder verdünnt zum Düngen benutzt werden. Es ist so ziemlich die hygienischste, einfachste und sauberste Lösung, die man im Garten haben kann. Von den Kosten ganz zu schweigen, denn es gibt keinerlei laufende Belastungen und auch kein Wasserverbrauch. Mit der Elektrik bin ich auch ein ganzes Stück weiter gekommen, alle Leitungen sind verlegt, geprüft und geklemmt. Alle Schalter und Steckdosen sind dort, wo sie hingehören und auch die Beschriftung der Teilbereiche stimmt. Jetzt kann der Elektromeister meines Vertrauens kommen und die Anlage einrichten, überprüfen und anklemmen. Mal schauen, ob das so klappt, wie wir uns das vorstellen.

Innenausbau

Gesagt, getan! Wir haben die Dielen verlegt und festgestellt, dass diese nicht so der Hit sind. Eigentlich wollten wir diese ja schleifen und ölen. Leider ist das aber nicht nur teuer und aufwendig, sondern setzt auch eine gewisse Holzqualität vorraus. Weiter gedacht haben wir uns dann für Laminat entschieden und zwar das Günstigste. Weil im Zweifel hat es sich nach zwei Jahren schon gerechnet – dann kommt halt was Neues rein! Dies ist eine wunderbare Tätigkeit, wenn es draußen regnet oder man nur alleine ist. Hunderte Schrauben vom lokalen Schraubenmann in der Größe 3 x 50 verbinden die Dielen nun mit dem Grundrahmen. Die Küchenzeile ist auch aufgehangen und in der Werkstatt sieht es inzwischen auch nach selbiger aus – wir kommen gerade richtig gut vorwärts!

Ab jetzt regnet es nicht mehr herein!

Ganz so einfach ist das mit dem Dach natürlich nicht. Seit heute ist es erst so richtig dicht. Denn zu einem Blechdach gehören eine Menge Bleche, welche man sich von einem Abkantbetrieb fertigen lassen muss, wenn man es nicht selber biegen kann. Nicht teuer, aber die Maße muss man schon selbst ermitteln. Daher haben wir nun das Firstblech, Prallblech, Traufblech und alle Sichtbleche montiert. Auf der Vorderseite wollen wir eine Holzblende montieren, da dies wesentlich gefälliger aussieht, als eine Blechkante. Auf der Rückseite haben wir uns vermessen, da muss definitiv eine andere Lösung her. Nicht nur, dass das Profil im Wind flattert, auch der Regen läuft unkontrolliert herunter. Beachtet bitte immer, dass egal was ihr auf einem Blechdach montieren wollt, es immer auf dem Berg macht – nie im Tal, denn dort fließt das Wasser! Die Dachrinnen haben wir selber gelötet und die Rinneisen nach Maß gebogen. Dies war eine ganz lustige und langwierige Bastelei, da die Werkzeuge teilweise erst hergestellt werden mussten. Nun passt alles und hat den geschmeidigen Vorteil, dass wir sehr geringes Gefälle haben und somit auch bei Starkregen keine Sturzfluten zu erwarten haben. Inzwischen sind auch die fehlenden Fensterteile gekommen, eingebaut und gestrichen. Sie tragen dazu bei, dass wir endlich mit dem Innenausbau anfangen können. Hier könnt ihr mal sehen, wieviele Kanten da zu streichen sind – welch ein Spaß! Die Übergangslösung in Form eines Regenfasses spaltet zur Zeit die Lager. Wir wollen kein hässliches Regenfass im Weg rumstehen haben, nein wir wollen das so nicht! Regenfässer sind hässlich, anfällig und immer zu klein.

Alles bunt

An so einen schönen Tag wie heute kann man schon mal durch die Garten spazieren und feststellen, dass alles blüht und wächst. Auch die Ernte sieht dieses Jahr ganz gut aus. Okay, es war und ist richtig trocken, das haben wir uns ja für das Haus gewünscht. Aber so ein bisschen Feuchtigkeit auf den Beeten wäre schon toll. Gut, ich sehe ein: Wir sind ja nicht bei „Wünschdirwas“ Trotzdem finde ich , dass unser Garten das mit seinen Pflanzen gerade wirklich prima macht! Denn so richtig Zeit haben wir dafür gerade nicht. Wir sehnen uns nach einem Gartenhaus und haben es ja praktisch zum greifen nah, nur es muss eben noch alles gemacht werden. Da ich die meiste Zeit alleine arbeite, komme ich auch nicht immer so schnell vorwärts, wie ich es gern hätte.

Mal eben das Dach decken…

Wir haben wochenlang hin und her überlegt, was wir mit dem Dach machen. Wir haben uns viele Häuser angesehen und so richtig gefallen hat uns das alles nicht. Als Basic-Variante ist ja vorgesehen, dass direkt auf die Schalung Dachpappe aufgebracht wird. Geht gar nicht – davon haben wir gerade genug abgerissen und haben gesehen, was mit dem Material im Laufe der Zeit passiert. Ausserdem werden die Dachkanten nur durch dünne Bretter gebildet – nein danke! Das Wichtigste zum Schluss: Es ist ungedämmt und mit einem Backofen zu vergleichen. Wir wollen das Dach also vernünftig dämmen, so gibt es in der nächsten Variante eine Aufdachdämmung: Sparren, Dämmung, Schalung, Dachpappe. Das ist im gesamten Aufbau sowas von teuer sag ich euch – da hätten wir beinahe auf die Dämmung verzichten müssen. Die Alternativen: Dachbegrünung – schöne Sache, einfach zu machen, super Dämmwert, hohe Dachlast, nicht geeignet für unsere Dachneigungen. Trapezblech! In der Nähe von Leipzig gibt es einen Großhändler, welcher sehr günstige Bleche und eben auch Isolierte anbietet. Diese gibt es in verschiedenen Stärken und Farben. Wir haben uns für 95mm entschieden. Die Meinungen gingen auseinander: viele haben soetwas noch nie gemacht und die, die sich warscheinlich damit auskennen müssten meinten: Kannste vergessen, dämmt garnicht! Schon blöd, weil die Bahnen schon bestellt waren und wir bis zu Letzt etwas unsicher waren, ob das die richtige Entscheidung war. Die Beschaffung war dann doch nicht so leicht, da die Bleche original 7m lang sind. Ideal für uns, da wir 4m und 3m benötigen, aber 7m sind für uns nicht zu transportieren. Die Speditionskosten sind uns viel zu hoch, also vor Ort zuschneiden und mit dem Hänger nach Leipzig ziehen. Leichter gesagt, denn es waren genau an diesem Tag 36 Grad im Schatten und unser Hänger war 1,5m zu kurz. Unterwegs hat es unsere Spanngurte mehrfach zerschnitten, denn die Blechkanten sind sehr scharf. Hinfahrt 30 Minuten, Rückfahrt 3,5h – dies dürfte das ganze Unterfangen am besten beschreiben. Abgeladen und fertig war der Tag. Nicht zu verachten ist das Gewicht. Ausgewogen haben wir knapp 1,15t Zuladung gehabt!
Unser Aufbau war nun geplant: Schalung, Sperrbahn, Lattung, ISO-Blech. Die letzte Bahn musste geschnitten werden, dazu gibt es solche Stichsägeblätter mit 15cm Länge im Fachhandel. Mit einer ordentlichen Maschine und abgeklebten Flächen geht das eigentlich ganz gut. Der Aufbau des Daches geht mit guter Vorbereitung und ein paar Helfern recht flott. Wichtig ist, aus allen Vorschriften vernünftige Alternativen abzuwägen. Das fängt bei den Überständen an und hört bei der Zahl und der Position der Schrauben auf. Auf den Fotos sieht man die Dimensionen letzterer ganz gut. Wir würden es immer wieder genau so machen, denn wir haben es alleine und in ordentlicher Qualität umsetzen können.

Der Auf-/Ausbau beginnt

Ja, wir streichen immer noch. Inzwischen sind wir aber teilweise schon bei den Endanstrichen und können daher neue Baustellen aufmachen. So zum Beispiel die Elektrik. Dank unseres Lieferanten können wir die meisten Kabel unterputz verlegen. Dies ist bei einem Holzhaus natürlich Luxus pur. Eigentlich, denn wir haben beim Aufbau nicht bedacht, die Kabel gleich zu fädeln, sondern müssen es nun nachträglich bewerkstelligen. Nun haben aber alle Kabel einen Querschnitt von 3x / 5x 1,5qmm und wollen in die gebohrten Löcher. Spätestens bei fünfadrigem Kabel wird das zur Qual und sorgt für blühendes Improvisationstalent und Blasen an der Hand. Im Grundrahmen müssen diese Strippen dann noch verlegt und logischerweise gebohrt werden. Dies ist eine Arbeit, die von Mensch und Maschine sehr viel abverlangt – man investiere hier in einen guten Forstnerbohrer! Mir gelang es am Schluss mit der Taktik: Bohren, bis der Akkuschrauber wegen Überhitzung abschaltet, dass Gerät für 10 Minuten in den Gefrierschrank und wieder loslegen. Mit einer Bormaschine kommt man nicht zwischen die Lattung, daher musste ich auf den kleinen Bruder umsteigen. Und die genaue Planung der Elektrik sollte man auch im Vorfeld machen, nicht wenn man auf der Baustelle steht, das hält nur unnötig auf. Die Fenster sind nach wie vor nur provisorisch eingebaut, da die Fensterläden und somit die verstärkten Fensterrahmen fehlen und noch nachgeliefert werden müssen. So lange müssen wir uns auch mit dem Innenausbau gedulden, denn dazu können wir keine Spaziergänger mehr gebrauchen. Zum Ende diesen Tages dann der Grund, warum wir uns für unsere Farbkombination (rot/weiß) entschieden haben – im Dämmerlicht ein traumhaftes Farbenspiel!