Vom Mist zum Mist

Da wir noch relativ unerfahrene Gärtner sind und unsere etwas erfahreneren Nachbarn nicht da waren, war ich mit der Nachricht, dass Mist bestellt wurde, etwas überfordert. Und da wir etwas wie Aussenseiter sind, wird man auch nicht direkt angesprochen, sondern erfährt soetwas im Vorbeigehen. Daher habe ich mich todesmutig eingemischt und 15 Karren Mist bestellt. Über die Menge konnte ich nicht richtig nachdenken, da ich keine Relationen kannte. Am heutigen Tag der Lieferung tümmelten sich die alten Herren um den Abwurfplatz und wären beinahe vom Gold für den Acker erschlagen wurden. Ich durfte feststellen, dass 15 Karren für den ganzen Garten reichen würden und außerdem das Bestellsystem aufgehoben wurde. Jeder bekommt fünf Stück! Das habe ich erfahren, als ich meine überflüssigen Karren an einen Gartennachbar verschenkt hatte. Jetzt muss man aber wissen, dass an diesem Tag die (kleinsten) Gärtner mit dem kleinsten Garten, mit den größten Schubkarren angerollt kommen und einmal im Jahr richtig schwitzen. Nein, kein Bier, kein Schnaps, kein „früher war alles besser“, richtig ackern! Beide Griffe der Karre fest gehalten und beinahe unter der Last zusammengebrochen. Wir haben zwei kleine Haufen gemacht, werden diese den Winter liegen lassen und untergraben. Die „verlorenen“ fünf Karren Mist sind übrigens beim Aufräumen für unseren Nachbar übrig geblieben. Denn spätestens zu diesem Zeitpunkt saßen alle Schwerstarbeiter längst bei einer kühlen Hopfenkaltschale. Und wenn wir das nächste mal düngen, dann holen wir uns mit unserem kleine Kippi Pferdemist vom Bauern unseres Vertrauens und ersparen uns diesen Sommerschlussverkauf 🙂

Einkehrender Sand

Carolin und Gert sind wieder einmal im Urlaub und haben uns die ehrenvolle Aufgabe weiter gegeben, Einkehrsand für das Pflaster zu besorgen. Ein ganzer Hänger ist es geworden und irgendwie ist auch alles in den Ritzen verschwunden. Auch hier gilt Murphys Gesetz: Genau in dem Moment, in dem man einen 600Kg schweren Anhänger in den Seitengang gefädelt hat, kommen zwei Gartenfreunde aus der schwarzen Materie und müssen unweigerlich diesen Weg passieren, zu allem Überfluss auch gleich mit Gepäck oder Schubkarre. Zum Glück haben wir ja beide Gärten verbunden, sodass wir die Schukarren über 50m lange Umwege hinter oder vor den Hänger bekamen. Die Fläche vor unserem Haus ist nun fertig bearbeitet und voller stolz haben wir dort das zukünftige Erkennungsbild unseres Gartens gepflanzt: Ein Taschentuchbaum (Davidia involucrata) Noch ist nicht viel zu erkennen, aber wir setzen große Hoffnungen in dieses Gewächs. Die durchschnittlichen 12 Jahre ohne Blüte veregehen bestimmt auch wie im Flug, sodass er dort genau richtig steht… 🙂

Pflastersteine kommen geflogen…

Heute war es nun so weit, dass von Carolin & Gert ausgesuchte und bestellte Altstadtpflaster wurde geliefert. Dank des netten Fahrers wurden uns einige Kilometer mit der Schubkarre beim Transport erspart. Da der Hauptweg doch recht lang ist und wir bei dieser Menge sehr oft hätten laden müssen, war der Absetzort eine riesige Erleichterung. Natürlich wurde vermutet, dass wir es für unseren Garten verwenden. Aber wie heißt es so schön: „Ist der Ruf erst einmal runiert, lebt es sich ganz ungeniert!“ Nichts desto trotz mussten die vielen Steine sortiert in den Garten und das dauerte natürlich eine Weile.

Der Baumarkt entsteht

Wir hatten uns vorgenommen in der äußersten Ecke eine Art Materiallager anzulegen. Die alten klapprigen Sichtschutzwände haben wir daher entfernt und blicken nun in die nicht unbedingt schönste Ecke unseres Nachbargartens. Egal, es ist ja nur für kurze Zeit. Daher haben wir die alten Pfosten schnell umgebaut und in ordentliche Fundamente gegossen. Der neue Sichtschutzzaun soll 2m hoch werden und mit einer abwechselnden Verbretterung versehen werden. Das haben wir mal in einer Gartensendung gesehen und fanden dies sehr schön, da das Licht durchkommt und das Ganze nicht so den Eindruck einer Wand vermittelt. Ideal ist auch, dass wir vom alten Dach noch genügend Schalbretter besitzen, um den Zaun fertig zu stellen. Auch wenn ich gern neues Holz verbauen würde, finde ich derzeit kein günstiges Material. Die Platten für das Materialdepot hatten wir auch noch übrig und Rico hat mal eben diese mit mir gemeinsam verlegt. Nebenbei liegt nun die Hauptwasserleitung frei, diese habe ich nun ordentlichh fixiert und somit für den Verein kostenfrei saniert – Bitteschön!

Die Erdarbeiten gehen weiter

Wir haben noch eine Menge Erde zu bewegen und alte Flächen aufzulösen. Die Hecke zu unserem Nachbarn wollen wir komplett entfernen und werden hier eine neue Sichtschutzhecke pflanzen. Der Grund ist einfach, die Ligusterhecke wurde durch die vergangenen Winter stark geschädigt und viele Pflanzen sind abgestorben. Auch der Schnitt und die Pflege der Pflanzen haben ihr Übriges zum Zustand beigetragen. Da auch hier der Beton in der Erde im Weg war, konnten sie nicht einmal richtige Wurzeln bilden. Die Erde ist um die Pflanzen herum staubtrocken und ausgelaugt. Selbst Unkräuter verirren sich hier nur selten hin. Ein anderer Nachbar hatte seine Wasserleitung in diese hecke gelegt, daher mussten wir vorsichtig agieren und diese ersteinmal bergen. Da ist uns doch nich glatt aufgefallen, dass diese Leitung seit Jahren leckt und einen Teil der Hecke bewässert. Genau diese eine Pflanze war auch doppelt so hoch wie die Anderen. Mit schwerem Werkzeug wurde kurzer Prozess gemacht und die Stämme entfernt. Die Flächen um die Terasse und zu unseren Nachbarn hin ackern wir jetzt Stück für Stück durch, hier liegt noch viel im Weg und die Kapazitäten an Lagerraum sind auch erschöpft. Viel Rasen mit viel Schutt aber auch kostbare und neue Erde für unsere Neuanpflanzung werden gewechselt. Wir haben uns für ein Duftbeet nach englischem Vorbild entschieden. Die Pflanzen sind ausgesucht und bestellt, jetzt müssen wir uns beeilen, um alles fertig zu bekommen. Auch das Pflaster für Garten 81 ist bestellt und wir warten auf Lieferung. Alle Flächen sind bereits mit der Rüttelplatte verdichtet und vorbereitet, wir stehen quasi in den Startlöchern…

Und weiter geht’s

Viel zu tun die letzten Tage und dann mussten wir auch mal eine Pause machen. Der Container hatte uns alle ziemlich fertig gemacht. Der fiktive Zeitplan war sowieso nicht einzuhalten und so haben wir die Fertigstellung der Etappen ein wenig in die Länge gezogen. Heute habe ich meine Nachbarn mit dem wunderbaren Klang der Flex geweckt, denn ich musste noch 40 Platten für die Terasse schneiden. Ja, tut mir wirklich leid! Obwohl mir auffällt, dass man hier ganz schön unter Beobachtung steht und man sich noch so genau an die Ruhezeiten halten kann: irgendwen stört es immer. Doch getreu dem Motto: „Kennst du Wayn?, Irgendway!“ funktioniert es dann doch immer wieder. Daher halte ich mich an die vorgeschrieben Zeiten – halb Acht geht’s los, gefolgt von einer kleinen Pause gegen 12 Uhr 🙂

Die nächsten Tage werden hart!

Glücklicherweise haben die nächsten zwei Wochen alle Urlaub und sind hoch motiviert, unseren wahnwitzigen Plan umzusetzen. Wie diese Idee entstanden ist, wissen wir alle nicht so recht. Es ist nur klar, dass wir uns viel vorgenommen haben und nicht viel dazwischen kommen sollte. Wir haben diese Zeit liebevoll Bauurlaub genannt. Was das ganze genau mit Urlaub zu tun hat ist aber völlig ungeklärt. Vielleicht sollte es eher Als Bootcamp bezeichnet werden. Die Nachbarn äugen nach wie vor skeptisch auf unser reges Tun und sind von den Veränderungen immer völlig überrascht. Wenn einen Tag mal weniger passiert oder nichts zu erkennen ist, wird man direkt darauf angesprochen – irgendwie eine verkehrte Welt, oder? Also, hier unser Plan:

  • alle Wege um das Blockbohlenhaus legen
  • Ziegelweg anlegen
  • Terasse anlegen + bauen
  • Pumpenhaus bauen
  • Pflanztisch mauern
  • alle Wege in 81 um das Haus herum neu machen
  • gesamten Schutt entsorgen

Aus diesem Grund habe ich mit Rico den Tag heute genutzt, in der Ruhe vor dem Sturm, die ersten Meter zu machen, um einen Richtwert für alle kommenden Weganlagen zu setzen. Natürlich hat dies wieder gedauert, bis es dunkel war. Aber wir haben es geschafft und rein optisch eine sher wichtige Aufgabe gelöst. Das Meterial hierfür ergibt sich aus den alten Terassenflächen und sollte eigentlich genau aufgehen. Wir lassen uns überraschen und verschwinden jetzt ersteinmal in unsere Betten.

Der Eröffnung der Badesaison!

Wir hatten ja bei Volkpool ein Becken gefunden, welche genau in unser altes Kellerloch passt. Es war eine lange und schwierige Suche nach einem geeigneten Becken. In so einem Kleingarten ist man ja bezüglich des Platzes ein wenig eingeschränkt. So habe ich diese Becken hier gefunden und bin von den Maßen begeistert! Der Durchmesser beträgt 2,5m bei einer Tiefe von 1,5m . das ist von der Tiefe und vom Volumen her ideal für kleinere Gärten. Wer schon einmal nach solchen Becken gesucht hat, wird ebenfalls über die Abmessungen glücklich sein, denn diese sind wirklich sehr selten. Freundlich und immer erreichbar, ist dies dieser Lieferant defintiv zu empfehlen. Die LIeferung ist auch vor einigen Tagen angekommen und auch unsere Genehmigung vom Vorstand haben wir erhalten – nahezu zeitgleich. Ja, wirklich! Okay es gab zwar völlig unerwartet einige Unstimmigkeiten bezüglich der geltenden Vorschriften, aber das kennen wir ja bereits und lassen uns davon nicht beirren. Daher stehen wir gern mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um Regelungen im und um den Kleingarten geht, denn nicht jede Auffassung ist gerechtfertigt. Egal, auf geht’s, anbaden! Doch erst einmal aufbauen, mit genügend Vorinfos ging das Ganze auch relativ glatt von der Hand. Wasser marsch (war zum Glück keiner da, da wir den Wasserdruck komplett für uns genutzt haben) und rein – Moment, 12 Grad! Nee, so groß war unser Verlangen nach Erfrischung nun auch nicht, erstmal aufbauen und warm werden lassen! Ob das dieses Jahr noch etwas wird?

Die Ansichten

Auch heute haben wir wieder fleißig abgerissen und uns einmal den Ansichten unseres Vorhabens gewidmet. Was sieht man eigentlich als Gartenfreund von den Wegen? Inzwischen ist es offensichtlich, was wir vorhaben und in welcher Geschwindigkeit wir es umsetzen. Interessierte Blicke erntet man eigentlich zu jeder Tageszeit. Unsere kleinen Langohren entwickeln sich prächtig und es gab keine weiteren Trauerfälle trotz den eisigen Temperaturen. Es gab auch ein bisschen Ärger, da wir uns der fachgerechten Abklemmung des Stroms noch nicht angenommen hatten. Nun haben wir keinen Strom mehr und sind auf unsere Nachbarn angewiesen. Der Neuanschluss muss von einem Elektromeister vorgenommen werden, mal schauen was da für Kosten auf uns zu kommen… Die Pläne für das neue Haus sind fertig, der Preis ist verhandelt und die „Hütte“ ist quasi bestellt. Alles natürlich mit der Zusammenarbeit des Vorstands, da alle Vorschriften eingehalten werden müssen und auch der Bauantrag genehmigt sein muss. Nun haben wir einen Termin und einen riesen Berg Arbeit vor uns…

Der Abriss beginnt

Es ist verdammt kalt und wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich es trotzdem genau jetzt tun. Denn es ist laut, dreckig und passend dazu bitterkalt und niemand anderes ist da. Im Sommer kann man so ein Lärm nicht machen und es gäbe nur Stress. Auch wenn jeder Tag mit dem Tauen der Arbitskleidung beginnt, es geht voran. Die ersten Schritte haben wir natürlich wieder ganz klassisch vergessen zu fotografieren. Aber den Anbau haben wir entfernt, als das erste Schneekorn zu Boden fiel. Der Ofen wärmt zwar, aber die Löcher in der Laube werden auch nur größer und sommit tragen diese nicht unbedingt zur Erwärmung bei. Ich entdecke viele Umbauten der vergangenen Jahrzente und noch viel mehr Baufehler und Bestätigungen zu unserer Entscheidung: Dem Abriss. Einige davon sieht man auf den Bildern ganz gut, andere kann man zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht vernünftig fotografieren. Teile der Wände brechen einfach heraus, da nur die Ecken gemörtelt sind. Die Bodenplatte ist so oft aufgegossen, dass das ganze Gebilde nicht mehr stabil sein kann. Wir haben uns dafür entschieden das Kellerloch aufzugeben und zu verfüllen. Die Steine hingegen werden abgeputzt und gesammelt. Wir werden einen kontrollierten Rückbau durchführen, da dies unserer Idee entspricht und in einem Kleingartenverein eigentlich nicht anders möglich ist. Derzeit haben wir das Problem, dass der Verein durch die Witterung nicht befahrbar ist und die Materialien immer größer werdende Berge bilden. Die meiste Zeit arbeite ich jetzt alleine, was ganz schön einsam und in der Kälte jeden Tag eine Herausforderung ist. Schön ist anders!